Reformationstag

Der Reformationstag wird in Deutschland und Österreich jährlich am 31. Oktober gefeiert. In der Schweiz ist es jeweils der erste Sonntag im November. Gefeiert wird der Reformationstag von den evangelischen bzw. protestantischen Christen, die damit zum einen an Martin Luther erinnern und zum anderen der Abspaltung von der römisch-katholischen Konfession gedenken. Im Mittelpunkt der traditionellen Feierlichkeiten am Reformationstag steht der Besuch eines Gottesdienstes, an dem u. a. an die "Rechtfertigung des Sünders allein durch den Glauben" gedacht wird.

Ursprung der Reformation

Martin Luther (1483-1546) war Mitglied der Augustiner-Eremiten und ein angesehener Theologieprofessor. Zu seiner Zeit gab es nur die römisch-katholische Kirche mit Bischöfen und dem Papst als Oberhaupt. Kirchensprache war Latein und auch die Bibel gab es nur in lateinischer Sprache. Der Bildungsstand der Bevölkerung war niedrig, viele glaubten an Hölle und Teufel und nur wenige konnten lesen und schreiben. Die Hörigkeit gegenüber der Kirche war aber sehr groß und so florierte der Ablass-Handel. Die herrschende Meinung war, dass nur durch Bezahlung eines Geldbetrages die Erlösung von den Sünden möglich sei. Das widerstrebte dem Theologieprofessor Martin Luther. Er behauptete, dass dies schon durch das Opfer Jesu Christi am Kreuz geschehen sei und verfasste einige Thesen, die er in Briefform den geistlichen Würdenträgern und Bischöfen zukommen ließ. Er wollte damit das Kirchenrecht reformieren, aber da keine Reaktionen auf seine Briefe erfolgte, nagelte er am 31. Oktober 1517, einen Tag vor Allerheiligen, seine 95 Thesen an die Schlosskirche Wittenbergs.

Es ist jedoch nicht zweifelsfrei erwiesen, dass dieser Anschlag der Thesen auch wirklich so stattfand. Martin Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche, so dass die Heilige Schrift nun für jederman verständlich war. Das bewirkte, dass der Ruf nach Reformen eine immer größere Anhängerschaft fand. Auch einige Fürsten und Stadtherren setzten auf die Reformen, um die Macht des Papstes zu schmälern und die Autorität des Kaisers zu schwächen. Das, was Martin Luther eigentlich nicht wollte, trat ein und es kam zur Spaltung der Kirche.
Auf dem Reichstag zu Speyer 1529 legten die Anhänger Luthers schriftlichen Protest dagegen ein, dass man Ihnen nicht das Recht zugestand, die religiösen Angelegenheiten in ihren Gebieten selbst zu regeln. So entstand der Beiname Protestanten und seit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 gab es in Europa Katholiken (römisch-katholisch) und Protestanten (lutherisch-reformatorisch).

Reformationstag als Feiertag

In den deutschen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag. In allen anderen Bundesländern wird der Reformationstag auch gefeiert, allerdings wird teilweise der Gottesdienst auf die Abendstunden verlegt. In Baden-Württemberg ist an diesem Tag schulfrei, aber nicht arbeitsfrei, während sich in Niedersachsen die Schüler für einen Besuch des Gottesdienstes freistellen lassen können.

In den Ländern Chile und Slowenien ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag. In Österreich, das überwiegend katholisch ist, ist der Tag kein gesetzlicher Feiertag. Es ist den evangelischen Arbeitnehmern aber der Besuch eines Gottesdienstes zu ermöglichen und auch die evangelischen Kinder haben schulfrei. In der Schweiz wird der Reformationstag am ersten Novembersonntag gefeiert, ist aber kein gesetzlicher Feiertag.

Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Reformationstag zum 500. Mal. Da der Reformationstag in den westdeutschen Bundesländern und in Berlin kein gesetzlicher Feiertag ist, wurden in diesen Ländern Gesetze und Verordnungen erlassen, damit an diesem Tag einheitlich in Deutschland gefeiert werden kann.

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Autor: Ferien Feiertage