Tag der Deutschen Einheit

Der 3. Oktober wurde als "Tag der Deutschen Einheit" im Einigungsvertrag von 1990 festgeschrieben und ist in Deutschland der einzige gesetzliche Feiertag nach Bundesrecht. Alle anderen Feiertage in Deutschland werden durch die Bundesländer bestimmt. Der 3. Oktober soll an die Wiedervereinigung beider deutschen Staaten erinnern. Die ostdeutschen Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden zu den neuen Bundesländern Gesamtdeutschlands. Die Anzahl der Bundesländer stieg somit auf 16 an und das geeinte Berlin wurde ab 20. Juni 1991 der Sitz von Bundesregierung und Bundestag.

Der offizielle Festakt zum 3. Oktober findet immer in dem Bundesland statt, das aktuell den Vorsitz im Bundesrat innehat. Im gesamten Bundesgebiet werden die obersten Bundesbehörden sowie ihre Geschäftsbereiche beflaggt, ebenso die Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die einer Bundesbehörde unterstellt sind. Zu den Feierlichkeiten gehören ein ökumenischer Festgottesdienst und ein Festakt mit Reden von Politikern und Staatsgästen, gefolgt von einem Empfang der Gäste durch den Bundespräsidenten. Zudem wird traditionell ein Bürgerfest veranstaltet, dessen Bestandteil die "Ländermeile" ist. Einrichtungen, Künstler und Gastronomen aus den 16 Bundesländern stellen sich vor und auch der Bundestag, der Bundesrat und die Bundesregierung geben bei Ausstellungen Einblick in ihre Arbeit. Parallel zu diesen Feierlichkeiten finden in Berlin am Brandenburger Tor und der Straße des 17. Juni Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

Datum und Hintergrund

Der Mauerfall am 9. November 1989 und die folgende Wiedervereinigung beider deutscher Staaten machte es notwendig, ein geeignetes Datum für den Tag der Einheit zu finden. Die DDR und Ostberlin feierten bis zur Wende am 7. Oktober den "Tag der Republik" und in den Ländern der alten Bundesrepublik galt seit 1954 der 17. Juni als Nationalfeiertag, der als „Nationaler Gedenktag des deutschen Volkes“ bezeichnet wurde. Hintergrund war der Volksaufstand in der DDR, der sich am 17. Juni 1953 ereignete.

Datumsfindung

Um ein geeignetes Datum für den "Tag der Deutschen Einheit" zu finden, wurden etliche Diskussionen geführt. Vorgeschlagen wurde der Tag des Mauerfalls, also der 9. November. Dieses Datum erinnerte aber zu stark an den 9. November 1938 und an die Reichspogromnacht. Sollte man also den 17. Juni der alten Bundesländer übernehmen oder mußte ein neues Datum gefunden werden? In einem Beschluß des Bundeskabinetts hieß es, dass jeder Beitrittstermin nach dem 2. Oktober sinnvoll ist.

Die Volkskammer der DDR beschloß dann in einer Sondersitzung, dem Geltungsbereichs des Grundgesetzes nach Artikel 23 des Grundgesetzes zum 3. Oktober 1990 beizutreten.Somit war der 3. Oktober 1990 der frühestmögliche Termin, um den sogenannten Zwei-plus-Vier-Vertrag abzuschließen. Dieser Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR sowie zwischen Frankreich, Großbritannien, der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika als die vier Besatzer Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg trägt die offizielle Bezeichnung „Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland“.
Schlußendlich wurde in Artikel 2 des Einigungsvertrages der 3. Oktober als „Tag der Deutschen Einheit“ zum gesetzlichen Feiertag bestimmt.

Im November 2004 hegte die damalige Bundesregierung die Absicht, den Tag der Deutschen Einheit auf den ersten Sonntag im Oktober zu verlegen. Grund war einerseits ein drohendes Defizit im Staatshaushalt für 2005 und andererseits winkten Steuereinnahmen in Höhe von rund 500 Millionen Euro. Diese Absicht fand aber allseits wenig Unterstützung und selbst der damalige amtierende Bundespräsident widersprach in einem veröffentlichten Brief dieser Idee. Danach wurde dieser Plan, den Nationalfeiertag immer an einem Sonntag zu feiern, nicht weiterverfolgt. 

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Autor: Ferien Feiertage