Zeitumstellung - Wann wird die Uhr vor- bzw. zurück gestellt?

Warum gibt es Sommer- und Winterzeit?

Über eine saisonale Zeitumstellung wurde schon im 18. Jahrhundert nachgedacht, was aber bei niemandem Anklang fand. Wichtige Voraussetzung war eine einheitliche Zeit und eine einheitliche Zeitzone. Erst im Jahre 1893 wurde für das Deutsche Reich eine einheitliche Zeitzone festgelegt.

Zum ersten Mal wurde die Zeitumstellung am 30. April 1916 im Deutschen Reich, in Österreich-Ungarn und noch im selben Jahr auch in Irland eingeführt. In den Jahren 1919 bis 1939 gab es keine Zeitumstellung. 1940 und 1941 wieder eingeführt, gab es auf Grund eines Erlasses der „Verordnung über die Verlängerung der Sommerzeit“ bis November 1942 eine durchgehende Sommerzeit.

Nach Kriegsende 1945 wurde die gesetzliche Zeit in Deutschland von den Besatzungsmächten festgelegt. Sie bestimmten die jährliche Umstellung auf die Sommerzeit. So gab es neben der mitteleuropäischen Hochsommerzeit (MEHSZ) eine gesonderte Regelungen für die sowjetische Besatzungszone und Berlin.
Die damaligen Sommerzeitregelungen endeten 1949. Von 1950 bis 1979 gab es in Deutschland keine Sommerzeit.

Beschlossen wurde die erneute Einführung der Sommerzeit in der Bundesrepublik 1978, wie in den meisten Länder der damaligen Europäischen Gemeinschaft. Die Einführung wurde jedoch erst 1980 in Kraft gesetzt. Das Ziel war einerseits, sich den westlichen Nachbarländern anzupassen, die bereits 1977 als Nachwirkung der Ölkrise von 1973 die Sommerzeit eingeführt hatten, um die Stundenzahl mit nutzbarem Tageslicht zu vergrößern. Andererseits musste man sich mit der DDR über die Einführung der Sommerzeit einigen, damit Deutschland und Berlin nicht zeitlich geteilt wurden. Die Sommerzeit wurde gleichzeitig eingeführt. Die jetzige Regelung wurde in der Europäischen Union und somit auch in Deutschland im Jahre 1996 vereinheitlicht.

Wenn man nun die Vor- und Nachteile vergleicht, haben die Nachteile ein deutliches Übergewicht.
Als Vorteil ist zu werten, daß sich die helle Phase des Tages mehr in die Wachphase der meisten Menschen schiebt. Es bleibt mehr Zeit für abendliche Freizeitaktivitäten im Tageslicht bei angenehmeren Außentemperaturen, was vor allem von jüngeren Menschen als positiv bewertet wird.

Nachteile sind das Nichterreichen der gewünschten Energieeinsparung in Deutschland. Das hat die Bundesregierung 2005 auf eine Anfrage der FDP-Fraktion bestätigt. Trotzdem will man aber an der Umstellung festhalten, solange nicht die gemeinsame Absicht der Mitgliedsstaaten der EU besteht, die Sommerzeit abzuschaffen. Auch das Umweltbundesamt stellte keine positiven Energiespareffekte fest, da der Mehrverbrauch an Heizenergie die Einsparung an Strom für Beleuchtung übertrifft. Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft kommt zu diesem Ergebnis. Der Vorschlag einer Abschaffung der Sommerzeit im Alleingang wurde 2009 abgelehnt, weil eine einheitliche Zeitregelung „für ein reibungsloses Funktionieren des Binnenmarktes unerlässlich“ sei.

Als Nachteil ist auch der technische Aufwand zu werten. Alle Uhren müssen zweimal im Jahr umgestellt werden. Zwar werden immer mehr Uhren heute über ein Funksignal automatisch gestellt, auch Computeruhren, aber viele Uhren müssen, insbesondere in Privathaushalten, manuell umgestellt werden.

Probleme bei der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit (Normalzeit) und umgekehrt bestehen auch für Religion, Informationstechnik, Wissenschaft und Technik, Luftfahrt, Öffentliche Verkehrsmittel, Nachtdienste und Landwirtschaft.

Beginn der Sommerzeit 2017

Sonntag, 26.03.2017
Die Uhr wird um 2 Uhr um 1 Stunde auf 3 Uhr vorgestellt.

Beginn der Winterzeit (Normalzeit) 2017

Sonntag, 29.10.2017.
Die Uhr wird um 3 Uhr um 1 Stunde auf 2 Uhr zurückgestellt.

Regel für Zeitumstellung

Die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) beginnt immer am letzten Sonntag im März um 2 Uhr MEZ. Die Uhr wird um eine Stunde von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Dadurch ist die Nacht eine Stunde kürzer.

Die Umstellung von mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) auf mitteleuropäische Zeit (MEZ), auch als Normalzeit bezeichnet, erfolgt immer am letzten Sonntag im Oktober. Die Uhr wird um eine Stunde von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Dadurch ist die Nacht eine Stunde länger.

Zum ersten Mal wurde die Zeitumstellung am 30. April 1916 im Deutschen Reich, in Österreich-Ungarn und noch im selben Jahr auch in Irland eingeführt. Die jetzige Regelung wurde in der Europäischen Union und somit auch in Deutschland im Jahre 1996 vereinheitlicht. Dadurch sollte die Stundenzahl mit nutzbarem Tageslicht vergrößert werden.

Viele Menschen haben ein Problem, zu unterscheiden, wann die Uhren vor- und wann sie zurückgestellt werden sollen. Es gibt dafür zahlreiche Merkregeln. Eine davon ist die „Straßencafé-Faustregel“:

  • Im Frühjahr werden die Stühle vor das Lokal gestellt, im Herbst kommen sie zurück ins Lager.
  • Im Frühling stellt man die Gartenmöbel vor das Haus und im Winter stellt man sie wieder zurück ins Haus.
  • Im Frühjahr wird die Uhr vorgestellt, im Winter hinter.
  • Die Uhr wird immer in Richtung Sommer gestellt.
  • Sommer enthält ein O wie in vor. Winter enthält kein O. → Kurz: Im SOmmer vOr.